Kurt Salterberg - Als Wachsoldat in der Wolfsschanze - 20. Juli 1944 aus der Sicht eines einfachen jungen Soldaten

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Kurt Salterberg - Als Wachsoldat in der Wolfsschanze - Attentat auf Adolf Hitler

Aus der Sicht eines einfachen jungen Soldaten berichtet der Zeit- und Augenzeuge über die Abläufe des 20. Juli 1944 in einem Zwiegespräch mit Ute Jape

Hardcover, Format 17 x 24 cm, 111 Seiten, 68 Abbildungen

"Immer wieder werde ich gebeten, über meine Militärzeit im Zweiten Weltkrieg, der am 1. September 1939 begann und am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation offiziell endete, und über die Wochen danach, zu berichten. Besonders aber auch über die Zeit, in der ich im FHQ (Führerhauptquartier) Wolfsschanze bei Rastenburg/Ostpreußen als Hitlers Wachsoldat diente. Als Augen- und Zeitzeuge habe ich dort das leider misslungene Attentat auf Adolf Hitler, vom 20. Juli 1944 in der Lagebaracke im FHQ von meinem nahegelegenen Wachposten aus miterlebt und kann darüber berichten. Am 20. Juli 1944 hatte der geheime Widerstandskämpfer Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht, Hitler durch einen Sprengsatz zu töten. Über die Hintergründe der Kriegsführung Hitlers wurde ich als junger Soldat leider nie angemessen aufgeklärt. Als Soldat hatte ich Hitler durch meinen Eid unbedingten Gehorsam geschworen. Ich musste den Kommandos meiner Vorgesetzten gehorchen. Während des Krieges, im gefährlichen Fronteinsatz, hatte ich auch kaum Zeit über den Sinn oder Unsinn der Befehle nachzudenken. Nach den erbitterten Kämpfen im eisigen Winter 1942/43 an der Ostfront und dem großen Leid, das ich dort täglich miterlebt hatte, war ich zufrieden, im FHQ in einer ordentlich organisierten Wehrmachtseinheit dienen zu können. Als junger Soldat hat mir die Anlage, wie wir das FHQ nannten, sehr imponiert. Von einer Bedrohung durch den Feind war im FHQ zunächst noch nichts zu spüren. Doch am 20. Juli 1944 erlebte ich als Wachsoldat in unmittelbarer Nähe das Attentat auf den Führer Adolf Hitler mit. Ich selbst hatte den geheimen Widerstandskämpfer Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg an meiner Wache passieren lassen. Am 20. Juli 1944 kam er mit Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, in einer Gruppe von Offizieren, um an einer Lagebesprechung teilzunehmen. Keitel zeigte mir wie stets, schon aus etwa drei Meter Entfernung seinen gültigen Dauerausweis, danach konnte die gesamte 6 Gruppe den inneren Sperrkreis 1a betreten. ... Die letzten Monate des Krieges verbrachte ich, wegen eines Lungendurchschusses im Kampf um Lauban (Niederschlesien) an der Ostfront, in verschiedenen Lazaretten. Nach dem Ende des Krieges war für mich und viele Soldaten, die Ungewissheit groß darüber, was die vier Siegermächte, nach Deutschlands verlorenem Krieg, noch mit uns vorhatten. Deutschland war in vier Besatzungszonen aufgeteilt worden: Die vier Siegermächte waren USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien. Nach meiner glücklichen Heimkehr in die Heimat, in das Dorf Pracht bei Hamm an der Sieg, wollte ich vom Krieg und vor allem von dem, niemals so vorgestellten, grauenhaften Erlebten, nichts mehr sehen und hören. Erst 40 Jahre später wurde in mir die bewusst verdrängte Erinnerung an diese Zeit nochmals wachgerufen. Das war 1984, zum vierzigsten Jahrestag des 20. Juli 1944. Damals stand in unserer Rhein-Zeitung, das ZDF suche Zeitzeugen zu diesem Ereignis. Seitdem haben das ZDF und weitere Filmstudios immer mal wieder mit mir Aufnahmen und Aufzeichnungen über meine Kriegserlebnisse gemacht. Auf Grund dieser Aufnahmen und der Berichte im Internet und in den Tageszeitungen wurde ich in der Folgezeit bis heute zu Vorträgen und Interviews, überwiegend von Schulen, Vereinen und sonstigen Körperschaften eingeladen. Gegen das Vergessen und auch um der Jugend begreiflich zu machen was Krieg bedeutet, bin ich trotz meiner 93 Jahre immer wieder bereit, bei Anfragen über diese Zeit zu sprechen, Vorträge zu halten und mich jeder Diskussion zu stellen. Mein Appell an die Jugend ist: "Zeigt Zivilcourage!""

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